Die Wirkung "moderner" Arbeitsformen

Am Freitag war es soweit: Ich habe das iPad benutzt, mitten im Lehrerzimmer. Zusammen mit meiner Mitpraktikantin habe ich eine Stunde geplant. Und was würde sich besser als erster richtiger Einsatz eignen als diese Situation? Ich kann Text verschieben ohne größere Umstände und die Tabelle gleich rausschicken.

So saßen wir also im Lehrerzimmer und planten fröhlich vor uns hin. Ab und zu tauchte während der Stunde ein Lehrer auf. Der erste fragte mich, was das sei und: “Da war doch irgendwas, fehlt da nicht was ganz wichtiges?” Etwas irritiert, ob diese Frage ernst gemeint war, antwortete ich: “Ja, ein USB-Anschluss!” Leicht ironisch fügte ich noch ein “und man kann den Akku nicht austauschen” an. “Na und wie kriegst du denn dann die Dateien rauf und runter?” wollte darauf der Lehrer wissen. Mittlerweile leicht entnervt erzählte ich ihm etwas von USB-Kabeln und einer Wolke. So ganz weiß ich immer noch nicht, was ich davon halten soll, zumal der Lehrer doch eher nerdig wirkt und ab und an weiß man seine Kommentare nicht ganz einzuschätzen.

Die Mehrheit der Lehrer war entweder gar nicht interessiert oder merkte Sachen an, wie: “Na so moderne Technik” oder “die junge Generation von heute…”.

Einzig ein Lehrer der älteren Generation (kurz vor der Pension) war begeistert und rang mir das Versprechen ab, dass er sich den “Tablett PC” unbedingt noch einmal anschaut, bevor ich weg bin.

Während ich also mit meinem iPad meine Notizen machte, saß meine Kommilitonin neben mir und ließ fleißig ihre Korrekturband-Maus über ihr Papier flitzen.

Wahrscheinlich bin ich im Lehrerzimmer schon jetzt als Nerd abgestempelt. Gott sei Dank hat bis jetzt keiner meinen Pulse Smartpen bemerkt!

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